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26.01.2012

Citizen PROMASTER Automatik NY0040-09EE

Nach langer Zeit entschloss ich mich wieder zum Kauf einer Uhr.
Wasserdicht, Robust, Kratzfestes Glas, im Dunkeln und ohne Brille ablesbar, bezahlbar, dass waren die Grundforderungen. Zeitloses und etwas sportliches Design wären auch nett.
Nachdem mich Casio etwas enttäuscht und hinsichtlich ihres Garantieverhaltens geärgert hatten, wurden die aus der Liste gestrichen. Nach längerem Suchen stieß ich auf Citizen, da gibt es wirklich noch eine Automatik für kleines Geld. Kristallglas, keinen unnötigen Schnickschnack, verschraubte Krone. Schon der reguläre Preis von 229€ erscheint mir nicht überzogen. Interessanterweise schwankt das Angebot bei dem grossen A regelmässig zwischen 148,80 und 198€, dubiose Preispolitik, kann ich ohne Studium nicht verstehen :=)


Die Verpackung macht schon einen brauchbaren Eindruck:





Die Uhr selbst ist schon ein ganz ordentlicher Klotz, nichts für XS Handgelenke




Das Citizen/Miyota 8203 Werk mit automatischer Aufzug wird auch in der Promaster 1000m Professional Diver’s (Ref. NH6930-09) verbaut, immerhin eine Taucheruhr im über 1200€ Bereich, scheint also was zu tauchen, Sorry taugen. Einzig der fehlende Sekundenstopp beim Stellen ist etwas blöd.


Die Lünette rastet sauber und ist, zumindest bei meinem Exemplar, exakt justiert.



Das Glas ist minimal tiefer eingesetzt, dadurch ergibt sich auch ein gewisser Schutz gegen Beschädigung. Die ungewöhnlich positionierte Krone erweist sich als durchdacht, bohrt sich nicht in den Handrücken.


Optik ist Geschmacksache, großzügige Verwendung von Leuchtmasse und klare Stundenmarkierungen, mir gefällt`s. 



Der Boden ist verschraubt und macht, wie das Gehäuse, einen durchaus robusten und wertigen Eindruck.



Eine interessante Uhr zu einem sensationellen Preis, wird vermutlich über kurz oder Lang aus dem Programm fallen, dann gibt es nur noch die Eco-Drive Variante.

Kleine Ergänzung, hier gibt es die Möglichkeit, bei Bedarf das Mineral bzw. Kristallglas durch Saphirglas ersetzen zu lassen. 

Ich habe da in einem Uhrenforum etwas gefunden, da wird von der Methode des Uhrenstops durch zurückdrehen dringend abgeraten.

Helwig schreibt in "Die Feinstellung der Uhren", 1952, Seite 193:
"Kein Anhalten der Unruh durch das Zeigerwerk

Bei vielen Uhren geht das Zeigerwerk fälschlicherweise derart streng, dass man durch Rückwärtsdrehen der Zeiger die Uhr anhalten kann.
Von dieser Möglichkeit, eine Uhr sekundengenau einstellen zu können, soll man bei guten Uhren keinen Gebrauch machen.
Das Ankerrad würde dabei rückwärts laufen, und die Zähne (des Ankerrades) gäben ihr Öl an die Rückseite der Ankerklauen ab.
Von dort kehrt es nicht wieder auf die Hebe- und die Ruhefläche zurück.
Im Gegenteil: Das Öl, das auf die Rückseite der Hebefläche gelangte, zieht alles andere Öl hinter sich her.
Die Hemmung läuft dann beinahe trocken, und das ist wirklich keine Voraussetzung für eine gute Feinstellung."

Die Lebensdauer einer trocken laufenden Hemmung zeigt die schwarze Kurve im oben verlinkten Diagramm.
Ihr müsst bedenken, dass schon ein einziger Versuch, auf diese Art eine Unruh zu stoppen, zum Trockenlaufen der Hemmung führt!

25.01.2012

Gedanken zur Sommer Diesel 462

Manchmal habe ich den Eindruck, bin unbezahlter Pressesprecher vom Jochen Sommer, natürlich meine eigene Schuld, schließlich berichte ich auch viel darüber, JS ist nun nicht gerade der Meister des Marketings (verkaufen sich auch so, ausserdem hat er ja mich ).


Bei aller Begeisterung für die Motorräder habe ich aber den Eindruck, dass mitunter etwas blauäugig aus einer Phase der Euphorie heraus bestellt / gekauft wird, führt dann mitunter zur Ernüchterung, manchmal auch Frust.


Deshalb werde ich meine und mir zugetragene Erfahrungen hier darlegen:


Eine Sommer Diesel war und ist nicht billig, ich betrachte den Preis als angemessen, aber für das Geld gibt es auch bei Royal Enfield diverse Alternativen, sowohl im Diesel, als auch im Benziner Bereich.
Wer das Motorrad rein aus wirtschaftlichen Gründen kauft, begeht meiner Meinung nach einen Fehler.


Das rechtsgeschaltete Getriebe ist mit modernen Konstruktionen nicht vergleichbar, braucht mindestens 10.000 km bis es halbwegs läuft, jeder Schaltvorgang dauert seine Zeit, deshalb ist es oft besser, nicht zu schalten. Ist mir so richtig klargeworden, als ich in Ransel verschiedene Bullet nacheinander gefahren bin, mit bajuffs 5 Gang schaltete ich wesentlich öfters, als mit den 4 Gang rechts Getrieben. Wer im Jahr nur 2000 km fährt, brauch viel Geduld. Für Wenigfahrer ist die Diesel meiner Meinung nach das falsche Gefährt.


Der Motor hat ≈ 11PS!!!!
Im Neuzustand kommt man damit (spreche jetzt von meiner) kaum über 80 km/h (GPS oder der sehr genaue neue Tacho, die alten Teile zeigten wesentlich mehr an).
So im Laufe der Zeit steigert sich das dann, dazu ist aber Geduld und deutlich über 10.000 km nötig. Meine läuft unter guten Bedingungen (abhängig von Aussentemperatur, Kälte ist Mist, Windrichtung, minimalsten Steigungen, Bekleidung, Gepäck, Lenkerbreite, ganz wichtig: Fahrergewicht, Mondphase, Sonnenflecken, Laune von Gisela) ≈95 km/h. Mit schmalem Lenker, zierlicherem Fahrer, Lederjacke etc. eventuell auch 100 km/h. Auf der Autobahn im Widschatten oder massivem Rückenwind stehen dann auch ggf. 110 auf der Uhr, dass passiert aber nicht soo häufig.
Bei stürmischem Wetter kann es auf der Ebene auch nur 75 bedeuten
Irgendwelche Pässe hoch u.U. noch mit Gepäck, mit 50 kommt man auch an


Die Stellschraube, mit der kurz 5 PS freigemacht werden, suchen alle noch .
Leistungs-Tuning ist bei so einem Motor nicht einfach, aufbohren unmöglich (Wandstärke), billige Lösungen sind mir bisher nicht bekannt.


Heisst im Klartext, Zeit ist relativ, ein 80 iger Schnitt auf der Autobahn ist gut, klappt nicht immer, ja, man wird mitunter von LKW`s überholt.
Auf der Landstrasse sind Überholvorgänge die Ausnahme, müssen taktisch geplant sein, Leistungsreserven gibt es keine.


Wer das vor dem Kauf nicht verinnerlicht hat, und damit leben kann, wird schnell verzweifeln.


Fahrzeugpflege, Korrosion:


Das Motorrad ist eine handgebaute Kleinserie, nicht von Automaten, Fertigungsbändern und Schweissrobotern zusammengefügt.
Der Motor besteht aus etwas porigem Aluguss, ähnlich den 2-Ventiler BMW`s.
Diverse Teile wie Gabel, Getriebe, Primärgehäuse sind aus teilweise poliertem Aluminium.
Sieht neu toll aus, nach einer Woche Salzwasser oder Luft wie die Sau






Eine Enfield oder Sommer ist keine Honda mit lackiertem Motorengehäuse, eloxiertem Alu etc.


Vieles ist aus Edelstahl (Felgen, Speichen, Krümmer, Schalldämpfer, Batteriehalter, ggf. Gepäckträger usw.), manches Pulverbeschichtet oder hochwertig lackiert. Der Rest bedarf intensiver Pflege, wenn ich die Optik erhalten will.
Fahre ich den Winter durch, geht das auch mit intensivem Vorbereiten auf das Material, Salzwasser kriecht in jedes versteckte Eck hinein


Der Motor ist für den stationären Betrieb konzipiert, da ist Salzwasser eher kein Problem. Auf der Baustelle juckt es auch niemand, wenn die Leitung zur Einspritzdüse fröhlich braun erstrahlt


Hier muss jeder für sich entscheiden ob er Nutzkrad oder Showroom Optik möchte, dazwischen gibt es diverse Abstufungen


Resümee:


Eine Sommer Diesel, Enfield Bullet oder EFI bedarf meines Erachtens mehr Pflege als das japanesische Standart Gefährt.
Allerdings gammeln die auch im Salz, soll hier nicht verschwiegen werden.


Wer sich darauf einlässt, wird mit aussergewöhnlichem Fahren belohnt, gerade die Diesel haben einen einzigartigen Charakter.


Ausführlich Probefahren und das gelesene im Hinterkopf behalten, dass ist hilfreich zur Frust Vermeidung

10.01.2012

DLC und temper-flon KEXEL

Auf das Thema Beschichtungen im Bereich Motoren stieß ich zuerst in einem Artikel über die 690 er KTM. 
Dort wurde berichtet, dass das untere Pleuellager DLC beschichtet sei, und dadurch der Wartungsintervall auf 10.000 km erhöht werden konnte. 
In einem Ingenieursfachblatt über den Boxer der BMW HP 2 wurden die DLC beschichteten Nockenwellen erwähnt. 
Da nun gerade die knauserige Industrie mit jedem Cent rechnet und sicher nichts kosten steigerndes ohne Grund verbaut, 
wurde meine Neugierde geweckt. 
Ich nahm Kontakt mit Lothar Kexel auf, der hat seine Firma quasi ums Eck und lud mich zu einem Gespräch ein.

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DLC
Diamond like Carbon ist eine Diamantähnliche superharte Schutzschicht aus Kohlenstoff. Wurde ursprünglich im medizinischen Bereich (Hüftgelenke etc.) eingesetzt, seit einigen Jahren auch erfolgreich in der Motoren und Getriebetechnik.

Einige technische Daten:

1. Härte
Die DLC-Beschichungen zeichnen sich durch ihre superharte Oberfläche aus. Sie erreichen in ihren mechanischen Eigenschaften 2000-6000 kp/qmm und sind deutlich härter als hochgehärtete Stähle.

2. Schichtdicke
Die Schichtdicke beträgt 2µm (2/1000tel mm). Sie lässt sich durch die Einstellung der verschiedenen Prozessparameter sehr genau und gleichmäßig definieren.

3. Einsatztemperatur
Die Einsatztemperatur beträgt maximal 450°C.

Kleine Übersicht

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Tassenstößel eines Porsche Cayenne

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Schlepphebel einer KTM

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DLC macht Sinn bei hoch belasteten Teilen wo dann oft das Öl auf Grund der extremen Flächenpressung an seine Grenzen gerät. 
Ersetze ich eine konventionelle Nockenwelle durch eine leistungssteigernde, sind die Nocken höher, 
schließlich sollen die Ventile ja weiter geöffnet werden. 
Der Winkel zum Schlepphebel, Kipphebel, Tassenstößel etc. wird ungünstiger, die Flächenpressung steigt, damit auch der Verschleiß. 
Ein anderes Beispiel sind Getriebe, steigt die Motorleistung durch Tuning stark an, wächst natürlich auch die Belastung der Zahnräder, konstruktiv kann ich da als Normalsterblicher nicht viel verändern, allerdings ggf. durch DLC Beschichtung die Qualität erheblich verbessern.
Damit erhöhe ich die Standzeit der Bauteile, auch unter hoher Belastung in bei kritischen Schmierzuständen (Kaltstart, hohe Temperaturen, Drehzahlen, Ölmangel etc.). 

temper-flon:

DLC erhöht die Härte, temper-flon hingegen ist eine Gleitlack Beschichtung auf PTFE (Teflon) Basis, die gleitfähigste Substanz weltweit. 
Dadurch wird die Reibung reduziert, geringere Reibung bedeutet ebenfalls weniger Verschleiß und prinzipiell auch höhere Leistung. 
Der Lack wird aufgesprüht und gesintert (eingebrannt).

Beispiele:
Pleuel, Kurbelwellen, Nockenwellen, Kolben, Zahnräder.

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Kolben eines alten Jaguar

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Text Lothar Kexel:
Eine gern verwendete Art ist die Kolbenbeschichtung. Gerade an solchen Teilen entsteht eine massive Reibungsbelastung. Dieser kann mit einer temper-flon Kolbenbeschichtung erfolgreich entgegengewirkt werden. So werden diese stark beanspruchten Motorenteile entlastet und haltbarer gemacht. Auch die sogenannte Notlaufeigenschaft (wenn ein Motor bspw. wegen einem Problem ohne Öl läuft) wird effizient verstärkt, deshalb ist es schon von Haus aus ratsam, einen Kolben beschichten zu lassen. Generell ist temper-flon ein sehr gleitfähiges und haftungsabweisendes Produkt, was sich reibungsminimierend auf die Teile auswirkt. Daher ergibt sich auch ein weiterer schöner Nebeneffekt einer Kolbenbeschichtung, denn durch die Reibungsminimierung wird der wiederstand verringert, was unweigerlich zu mehr Leistung verhilft. Die Schichtdicke bei Temper-flon (Gleitlack) beträgt ca. 2/100tel Millimeter.
Neben dem Kolben beschichten ist es auch ratsam weitere Motorenteile, die hoher Reibung ausgesetzt sind, zu beschichten. Im Motorenbereich bieten sich mehrere Parts dafür an, darunter Kurbelwelle, Pleuel, Zahnrad, Nockenwelle, Lagerschale, Ventilschaft und vieles mehr.


Zum Verständnis, Kobenbolzen muss hart sein (DLC), die Kontaktflächen, also Lagerschalen und Pleuel dann mit temper-flon. Gepaart werden immer ein hartes und ein weicheres (schmierfähigeres) Material, z.B. Ventile hart, Führungen eher weich. 
Deswegen sind Kolben aus Alu und nicht aus Edelstahl.
Wer aufmerksam gelesen hat, wird feststellen, es gibt Bauteile, die kann ich sowohl mit DLC als auch mit temper-flon Beschichten, Beispiel Zahnräder.

Hier kommt es darauf an, welches Ziel ich verfolge.
Erhöhe ich die Leistung eines Motors stark um eventuell Rennen oder die Dakar zu fahren, ist meine Zielrichtung Standfestigkeit des Getriebes trotz wesentlich höherer Belastung. Egli hat für seinen Gespannweltrekord den Suzuki Hayabusa Motor mittels Turbo und Tuning auf über 400 PS gebracht, klar das da die Belastung für das Getriebe „unwesentlich“ höher als im Serienzustand ist.

Um auf den Enfield Bereich zu gehen, ein Centaurus Dieselgespann, da würde ich die Zahnräder mit DLC beschichten lassen, der Motor hat satt Drehmoment und ein voll beladenes Gespann bietet heftigen Wiederstand.
Fahre ich nun eine Sommer Diesel dürfte die Gefahr, dass der Motor das Getriebe zerlegt, auf Grund der Leistung eher gering sein.
Hier wären geringe Reibung, weiches Schalten wichtiger, temper-flon wäre meine Wahl. 

Wer sich auf der Kexel Seite umsieht, stellt fest, die Preise halten sich in überschaubaren Bereichen. 
Es können auch gebrauchte Bauteile beschichtet werden und, es gibt keine Einschränkung oder Preiserhöhung bei Mindermengen. 
Ich kann also eine Nockenwelle oder (und) einen Kolben beschichten lassen. Kann sich auch bei alten Teilen rentieren, wo es ggf. nicht so einfach Ersatz gibt!

Resümee:

Das Zeug funktioniert, der Einsatz in der Industrie und vor allem im Bereich Wettbewerbe zeigt das deutlich. Ist im Bereich Enfield bei Motorüberholungen, bzw. Tuning ggf. eine Überlegung wert. Interessant wäre auch der Versuch mit dem ja nicht wirklich leicht laufendem Enfield Getriebe.
Wie immer, ich werde nicht von Kexel gesponsert, ist der völlig subjektive Bericht des verwirrten ADMIN`s :lol:

01.01.2012

2012

Ich wünsche allen Lesern meines Blog`s ein glückliches 2012!


Auch weiterhin versuche ich, halbwegs interessante Themen zu behandeln.
Was habe ich 2012 vor? Italien, Österreich, einiges in Deutschland mit dem Motorrad, die nächste etwas „abenteuerlichere“ Tour steht dann vermutlich erst 2013 an, Sarajevo, Mostar, Dubrovnik mit einigen Off Road Abstechern. Nachdem es dann auch schon wieder 10 Jahre her ist, dass ich das letzte Mal dort gewesen bin, mit Y-Tours, interessiert mich der Wandel. Ausserdem zeigen die Erfahrungen von DIE und Marokko, dass die Sommer Diesel ziemlich ideal zum Reisen ist, immer Stoff für Gespräche bietet und, viel billiger geht es nur mit dem Fahrrad :=)