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29.01.2017

RockShox Pike, Funktion, Tuning, AWK (Ausweichkammer), Teil 2

Im Teil 1 versuchte ich die Funktion der Gabel zu erklären. 
Hier im Teil 2 möchte ich darstellen, wie das System AWK technisch funktioniert.
Einbau, Abstimmung, Vorteile etc. werden dann im Teil 3 besprochen.
Wie fast immer in meinem Blog, ist das Thema für interessierte Einsteiger gedacht, Profis brauche ich nichts zu erläutern, falls jemand einen Fehler findet, bitte Nachricht hinterlassen.

Hoffe, es ist inzwischen klar, dass die Grösse der Positiv Kammer starken Einfluss auf die Kennlinie der Gabel hat. Sensibles Ansprechen ohne bei jeder Stufe durch den Federweg zu rauschen, nach Sprüngen nicht durchschlagen sind gegensätzliche Anforderungen. Abstimmen ist nicht ganz einfach, zeitaufwändig, ist auch ein Unterschied, ob ich Waldwege im Westerwald oder Trails am Lago di Garda fahre. Zum Entfernen oder Hinzufügen eines Token muss die Gabel drucklos gemacht werden und die Abdeckkappe mit einer 24 er Nuss entfernt werden, klinische Sauberkeit wurde schon erwähnt, sonst ruiniere ich mir schnell das Standrohr. Also nichts, was ich auf dem Trail mal eben...



Ein weiterer Nachteil der Token wurde schon angesprochen, mit zunehmendem Einfedern steigt die Kennlinie sprich Progression stark an, die Gabel verhärtet dann am Schluss des Federwegs stark. 

Eine technische Lösung gibt es von CHICKADEEHILL, ursprünglich für sich selbst und Bekannte gebaut, inzwischen über Fahrrad-Fahrwerk erhältlich,

AWK, bedeutet Ausweichkammer. 


AWK ersetzt die Abdeckkappe, ist eine weitere Luftkammer. Der Trennkolben zwischen AWK und Positiv Kammer ist beweglich.


Ich habe 2 Ventile, dass mit dem Kreis Segment markierte befüllt die AWK Kammer

das zweite über die Kolbenstange die Positiv Kammer
Die folgenden Skizzen sind nicht Maßstabsgetreu, dienen nur dem Verständnis der Funktion.
Beginnen wir im ausgefederten Zustand:
Der Druck in der AWK Kammer muss immer dem1,8 bis 2,2 fachen Druck in der Positiv Kammer entsprechen, im Ruhezustand ist der AWK Kolben voll ausgefahren, der Druck in der AWK Kammer sollte 160 PSI nicht überschreiten, bei unbefüllter Positiv-Kammer (darf der Druck) in der AWK Kammer 90 PSI nicht überschreiten.
Wie farblich dargestellt haben wir nun in der Positiv- und Negativ-Kammer den identisch Druck, in der AWK etwa den doppelten Druck der unteren Kammern.
Was passiert nun, wenn die Gabel teilweise ein federt?
Der SA-Kolben bewegt sich nach oben, Positiv-Kammer verkleinert sich, Druck steigt. Negativ Kammer vergrößert sich, da der Bypass jetzt verschlossen ist, findet kein Druckausgleich mehr zwischen den Kammern statt, Druck in N-K sinkt. AWK Kolben bewegt sich auf Grund des doppelten Drucks in der Kammer noch nicht. Bei einem Druckverhältnis von 2/1 und einem Federweg von 160mm liegt der Arbeitspunkt (Start der Bewegung) bei ca. 90mm Federweg. AWK verhält sich also wie ein grosser Token.
Federt die Gabel weiter ein, steigt der Druck in der P-K stark an, erreicht irgendwann den Druck der AWK. Nun beginnt der AWK-Kolben nach oben zu wandern, damit flacht die Progression ab, der zur Verfügung stehende Federweg wird ähnlich einer linearen Stahlfeder effizient genutzt.
Detaillierte Einbau Dokumentation, Einstellung, Erfahrungen auf dem Trail folgen im Teil 3, wenn der Schnee......